"Bei Torrausch muss es wieder gerechter zugehen"
Es war vergangenes Wochenende. Der Ort eine abgelegene Waldhütte bei Wildeshausen im Landkreis Oldenburg in Deutschland. Dem konspirativen Treffen wohnten einige Torrauschgrößen wie Topse, Vetinari oder demis21 bei. Zum allgemeinen Erstaunen sah man auch Markus, seines Zeichens belgischer Verbandspräsident, und Daniel, Trainer des KV Mechelen an diesem ungewöhnlichen Ort des Geschehens. Die Frage lautet: Was ging dort vor?
Angesprochen auf diese Frage antwortet der Coach ausweichend: "Bei Konferenz ging es hauptsächlich um die zukünftige Ausrichtung bei Torrausch. Der Präsident der UEFA ließ mir hierzu eine Einladung zukommen, die ich gerne angenommen habe. Bei der Gelegenheit wurden verschiedene Dinge angesprochen, so z. B. auch die Pokalwettbewerbe. Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich mit der bisherigen Handhabe nicht einverstanden bin. Bei Torrausch muss es wieder gerechter zugehen. Dass Markus ebenfalls anwesend war, hat mich letztendlich auch überrascht."
In der Jupiler Pro League wurde ein neuer Ligamodus eingeführt. Es wird eine einfache Hin- und Rückrunde gespielt. An den horrenden Reisekosten wird es wohl nicht liegen. Fehler kann man sich so nicht mehr erlauben.
Neue Runde, neues Glück
Mit neuem Ligamodus geht es in die Saison 2017-3. An nur 22 Spieltagen wird der Meister in "normalem" Ligamodus mit Hin- und Rückspiel ausgespielt. Das bedeutet natürlich, dass man nicht allzu lange Zeit hat, Fehler zu korrigieren. Man muss hellwach sein - von Anfang an. Bei kürzerer Saison sind auch die kleinen, aber feinen Unterschiede im TK von größerer Bedeutung. Die Pressearbeit nimmt also noch einmal mehr Wichtigkeit ein.
"Alleine die 1,5 TK, die wir weniger als der amtierende Doublesieger RSC Anderlecht haben, machen uns zum Aussenseiter. Gucken Sie mal, wir müssten 4 Pressekonferenzen mehr halten, nur um Pari zu ziehen. Eigentlich ist die Meisterschaft für mich bereits jetzt entschieden.", so der Trainer.
Mit der letzten Saison war man in Oostende auch wieder nur bedingt zufrieden. Platz 4 in der Liga, ein chancenloses Halbfinale im Pokal und dummerweise die verschenkte Finalteilnahme in der CL machen zwar Hoffnung für mehr, doch am Ende hat man sich wieder kurz vor dem Klo in die Hose gesch*****.
Der erste, der erste!
Eine neue Saison öffnet ihre Pforten, und für die Jeunesse heißt es wieder einmal, gegen die Erwartungen anzukämpfen, die seit Jahren ob der glorreichen Vergangenheit des Clubs an eben diesen herangetragen werden - obwohl die Leistungen auf dem Platz dem Ruf schon seit langem nicht mehr entsprechen...
Prolog: Die Saisonvorbereitung
Wie sich das für eine ordentliche Saisonvorbereitung gehört, startet das Buch der Saison mit einigen einleitenden Worten. Was will man nicht wieder alles schaffen, dann werden Saisonziele formuliert, und ehe man sich's versieht, ist die Presse wieder da und treibt einen vor sich her. In diesem Jahr wird sie personalisiert: Starreporter Schreib Schnell wird sich den Geschichten rund um die Jeunesse annehmen undwohl selten aus seiner Haut können, wenn es darum geht, Skandale und Skandälchen zu präsentieren. Die Jeunesse startet mit Spielen gegen Gent (Kommentar Schnell: "Die haben nicht mal einen Trainer, die muss man aus dem Stadion schießen!"), in Lüttich (Kommentar Schnell: "Wieso sind die denn dabei? Die sind doch abgestiegen! So was muss man weghauen! Die haben doch keinerlei Legitimation, überhaupt noch dabei zu sein. Lex Lüttich!") und gegen Mechelen (Kommentar Schnell: "Das ist ein Heimspiel. Das muss gewonnen werden!") in die Saison. Wir sind gespannt.
Ordentlicher Start in die neue Saison
Drei Spiele wurden bereits absolviert und, entgegen meiner Vorredner, kann sich KV Mechelen über enen gelungenen Start in die neue Saison freuen. Zum Auftakt begrüßten die Rot-Gelben Standard de Liège, die Daniel letzte Saison versehentlich auf einen Abstiegsplatz wähnte, im heimischen Stadion. Die Partie gestaltete sich recht munter. Die Gäste versuchten einiges und konnten sogar zwei Tore kassieren, letztendlich erzielte KVM aber vier Tore.
So weit, so gut. Das erste Auswärtsspiel musste man in Mouscron bestreiten. Big daddy gehört wie immer zum Kreis der Titelfavoriten. Somit war klar, dass er mit äußerster Motivation in diese Partie ging. Dementsprechend war das 0:3 auf Mechelner Sicht die klare Folge. Hier dürfte schon jetzt Spannung für das Rückspiel herrschen. Mouscron konnte übrigens alle drei Auftaktspiele gewinnen, bei nur zwei Gegentore!
Zum Abschluss des letzten ZATs besuchte man das Kleine Großherzogtum Luxemburg. An das beschauliche Esch hatte Daniel keine guten Erinnerungen, wenn er an die letzte Saison denkt: "Beim letzten Mal mussten wir uns in einem intensiven Spiel mit 4:5 geschlagen geben. Ich gebe zu, ich tat mich schwer mit der taktischen Ausrichtung meiner Mannschaft. Zum Glück wurde unser Risiko belohnt und wir nehmen drei Punkte mit nach Hause.
Kapitel 1: Fehlstart
Schreib Schnell langweilt sich. "Das ist doch jedes Jahr das gleiche mit der Jeunesse. Abwehr offen wie ein Scheunentor und Rumgegurke in der Pampa der Tabelle. Und das immer von Anfang an, sodass nie Euphorie aufkommen kann."
Und der gute Mann hat Recht. Die Teams, die am Ende der Saison um den Titel spielen, haben in schöner Regelmäßigkeit am Ende der gesamten Spielzeit weniger Gegentore auf heimischem Geläuf als die Jeunesse in diesem Jahr nach den ersten beiden Spielen (und das ist ja auch kein Ausreißer - in den vergangenen Spielzeiten waren die Gegner stets auch bereits in einem der allerersten Heimspiele zum Toreschießen eingeladen worden). Schnell grübelt.
"Was kann man da tun? Sollen wir den Kopf des Trainers nach all den Jahren fordern, damit endlich mal wieder was passiert? Das Ganze kann sich doch niemand mehr mit ansehen!"
Schnell zögert noch. Aber das Schießgewehr steht Gewehr bei Fuß - und in der nächsten Woche, nach den schweren Auswärtsspielen bei big daddys Blitzstartern aus Mouscron und St.Truiden von Trainerlegende Smith0088, kann es vielleicht schon aus dem Halfter gezogen werden...
Noch nicht in Form
Ganz und gar nicht spielfreudig zeigte sich der KVO an den ersten Spieltagen der neuen Saison. Da bescherte der Spielplan dem KVO schon zwei Heimspiele, aber trotzdem wusste man diesen Vorteil nicht zu nutzen. Nur zwei lächerliche Tore gelangen dem KVO.
"Eigentlich schon ein Wunder, dass wir überhaupt ein Spiel gewonnen haben. Und dann auch noch gegen den Titelfavoriten Anderlecht." kommentierte der Trainer und ergänzte. "Es war einfach zu wenig, was wir bisher zeigen konnten. Sowohl beim trainerlosen KSV Roeselare als auch gegen Westerlo steht das Team schon mächtig unter Druck."
Auf Platz 10 liegend hat der Verein tatsächlich noch genügend Potential zum Plätze gut machen. Gelingt das nicht, könnte wieder einmal bereits im Herbst über den Trainer diskutiert werden. Aber auch das ist ja bekannt. Und täglich grüßt das Murmeltier.
Mechelen spielt oben mit
Der 2. ZAT ist bereits Geschichte und KV Mechelen spielt weiterhin oben mit. Zur Abwechslung standen letzte Woche nur zwei Partien auf dem Programm. Das freut auf der einen Seite Spieler und Trainer, weil die Belastung der Profis so gesenkt wird. Auf der anderen Seit spart sich so der Club eine Menge an Prämien für die Spieler.
Das zweite Heimspiel der Saison bestritt man gegen St. Truiden V. V..
Die Begegnungen mit den Blau-Gelben sind meistens eine spannende Angelegenheit. So auch dieses Mal. Smith0088 stellte seine Mannschaft offensiv ein und ging früh mit 2:0 in Führung. Der Gastgeber behielt aber die Nerven und markierte drei Treffer in Folge. Ein wichtiger Sieg für Daniels Mannschaft.
Auswärts ging es zum Tabellenführer Differdange nach Luxemburg. Diese spielten die Partie sehr abgezockt herunter und ließen den Belgiern keinen Raum zur Entfaltung. Der Endstand nach 90 Minuten: 1:0 für die Gastgeber.
Kapitel 2: Billige Scheunentore
Reporter Schnell muss in diesen Tagen nicht lange suchen, bis er Aufmacher für seine Artikel gefunden hat, wenn es um die Jeunesse geht. Gegentore. Gegentorstatistiken, Gegentorfluten, Gegentorberge - Hauptsache, das G-Wort steht da. 18 Gegentreffer nach fünf Spielen, nahezu doppelt so viele Gegentreffer wie das zweitschwächste Defensivteam der Jupiler Pro League - die Zahlen sind desaströs. Ein 4:5 in Mouscron, ein 0:3 in St.Truiden, es ist zum Heulen. Erst ein einziges Mal in der Ligageschichte gab es einen derart desolaten Defensivstart: In der Saison 2015-1 hatte St.Truiden (ausgerechnet!) ebenfalls einmal 18 Gegentore nach fünf Spielen hinnehmen müssen. Für den Club war das damals der Startpunkt einer katastrophalen Saison, die zu nahezu drei Gegentreffern im Schnitt und dem Abstieg führte. Ein Schicksal, das der Jeunesse auch bevorstehen wird, wenn man die Problematik nicht in den Griff bekommt. Die nächsten Gegner sind Differdange und Cercle Brügge - der souveräne Tabellenführer, der fast drei Treffer pro Spiel erzielt und die Minimalisten - beide zusammen haben aber gerade einmal halb so viele Gegentore wie die Jeunesse. Optimismus zu versprühen, scheint nicht so einfach zu sein in diesen Tagen.
Weder Fisch noch Fleisch
Zumindest an diesem ZAT hat es eine ausgeglichene Bilanz beim KVO gegeben. Ein knapper Heimsieg und eine ebenso knappe Auswärtsniederlage stehen zu Buche. Nach 5 Spieltagen stehen damit erst 6 Punkte auf der Habenseite. Einen so schlechten Start in die Saison hat es selten gegeben. Aber, und das ist das Gute an der Situation, es ist noch nichts verloren.
Gerade einmal 3 Punkte bis zum internationalen Geschäft. Der von allen Buchmachern favorisierte RSC Anderlecht steht auch mit nur 6 Punkten dar - bei mittlerweile sogar etwas weniger Rest-TK. Man kann also durchaus eine positive Prognose wagen. Aber wie so oft, sicher ist nichts. Oftmals schon wähnte sich der KVO ganz oben dabei und wurde dann auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Da man aktuell am "Boden der Tatsachen" tabellarisch steht, kann es keine allzu großen Überraschungen negativer Natur geben.
"Glauben Sie mir, wir geben alles um eine erfolgreiche Saison zu spielen. Ich weiß, dass dafür aktuell nur Punkte helfen. Egal wie die zu Stande kommen. Aber schreiben sie uns bitte nicht ab. It ain't over till it's over. Und wir stehen ganz am Anfang.", sprach der Trainer philosophisch.
Minimalistisch zum Ziel?
Wieder sind zwei Partien absolviert worden und die Hinrunde neigt sich langsam dem Ende zu. Zum Auftakt des dritten ZATs musste KV Mechelen zu Hause gegen KSV Cercle Brugge antreten. Hier war die Festlegung der taktischen Marschroute recht schwierig für den Trainer festzulegen, da der Gegner am vorherigen ZAT nicht angetreten ist.
Dieses Mal traten die Gäste allerdings zu den Spielen an. So entwickelte sich eine für den Zuschauer interessante aber auch torarme Partie. Am Ende gewannen die Hausherren knapp mit 1:0 durch einen Treffer in der 20. Minute von Thor Schütze.
Im anschließenden Auswärtsspiel gegen den amtierenden Doublesieger RSC Anderlecht waren Tore auch Mangelware. Eigentlich sind die Aufeinandertreffen beider Clubs für hohe Endergebnisse bekannt. Das vermeintliche Spitzenspiel endete ebenfalls mit 1:0 für das Heimteam. In dieser Form ist Mister X wieder der Topfavorit auf den Titel.
Kapitel 3: Dem Abstieg entgegen?
Schnells Aufgabe ist in diesem Jahr bisher eine ausgesprochen einfache. Er muss nur Horrorszenarien in Worte fassen und diese dann zum Papier bringen. Grauenvoller kann ein Saisonstart kaum sein: In 7 Spielen gab es nur zweimal "nur" zwei Gegentore für die Jeunesse, ansonsten immer mindestens 3, dreimal bereits mehr als das. Konequenz: 6 Niederlagen in Folge. Die Jeunesse taumelt durch den Keller wie ein angeknockter Boxer, den der Blitz des Scheiterns zu treffen droht, der durch den düsteren, sturmumtosten Himmel der Düsternis zu zucken vermag, wenn Hades oder ein anderes Götterwesen, das nichts Gutes im Sinn hat, seinen Furor voller Argwohn und Heimtücke in Richtung des Erdbodens schleudert, wo dieser als eben dieser Blitz vom Anfang des Satzes materialisiert, um einen jeden niederzuwerfen, der das ungeheure Unglück hat, sich in den Weg der tückischen Entladung zu bewegen (Schnells Gedanke: "Ein Bandwurmsatz voller Metaphern! Das klingt schlau, das schreibe ich!"). Gegen Anderlecht und Ostende, zwei etablierte Mitglieder Liga, wird es in der kommenden Woche kaum einfacher werden. Heißt es dann mit mindestens einem Bein bereits adé, Jupiler League? Und ist Kollerpoler im Fall eines Abstiegs noch zu halten?
Bisher keine Freunde
Bis dato läuft noch nicht wirklich viel zusammen. Man könnte meinen, dass man noch nicht angekommen ist in der aktuellen Saison. Spass macht das wenig. Freundschaft mit der Saison? Eher nein. Fühlt sich eher an wie Herbststurm und waagerechter Regen bei 10 Grad.
"Ja, sie haben recht mit ihrem Bild. Es gibt schöneres Wetter als aktuell. Und schönere Tabellensituationen sowieso. Aber - und auch das muss ich wieder betonen - es ist noch nichts verloren. Konditionell sind meine Jungs top drauf. Wir müssen nur mal den Schalter umlegen und offensiver spielen, Torgeilheit entwickeln. Ich bin mir sicher, dass wir diesbezüglich auf einem guten Weg sind. Schließlich haben wir jetzt auch mal drei Tore in einem Spiel geschossen. Ich denke, der Knoten löst sich bald.", kommentierte der Trainer.
Es wäre den Fans endlich mal wieder zu wünschen. Aktuell steht der Verein mit nur zwei Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz auf Platz 10. Sozusagen direkt am Abgrund.
Potential ist da - aber es müsste halt mal auf den Platz gebracht werden.
Kampf um die Herbstmeisterschaft
So schnell kann es gehen. Eben hat die Spielzeit gerade noch begonnen und schon winkt die Halbzeit der Saison. Bisher spielt KV Mechelen mit Rang 4 und drei Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze eine ganz gute Rolle. Dort sonnt sich gerade Big daddy mit Royal Excel Mouscron gefolgt vom FC Differdange 03 trainiert von harry tripoteur.
Der Mechelner Trainer Daniel zeigt sich mit den bisherigen Leistungen seiner Mannschaft zufrieden: "Wir befinden uns auf einen guten vierten Rang mit Schlagdistanz zur Tabellenspitze. Außerdem haben wir ganz gute konditionelle Reserven. Nun wollen wir zum Abschluss der Hinrunde möglichst zwei Siege einfahren, um vielleicht doch noch den ersten Rang zu erreichen."
In den letzten beiden Partien der Hinrunde spielt man gegen KVC Westerlo und Aufsteiger KAA Gent.
Kapitel 4: Ein Silberstreif am Horizont
Reporter Schnell hat endlich einmal andere Aufgabe, als Woche für Woche den Niedergang der Jeunesse, des Abendlandes und der Heiterkeit in der allgemeinen Weltlage zu beklagen. Auch wenn die Positivnachrichten noch überschaubar sind, die Ergebnisse dieser Woche brachten immerhin einmal einen leichten Hoffnungsschimmer für die Jeunesse. Ein 3:0 gegen Anderlecht war tatsächlich das erste zu-Null-Spiel der Saison, in der Folge gelang ein 4:3-Erfolg in Ostende. Sechs Punkte, nur eine desolate Defensivleistung (in zwei Spielen) - es sind also endlich einmal gute Nachrichten aus dem schönen Luxemburg. Gegen Roeselaere und Westerlo, zwei Teams aus dem Mittelfeld der Tabelle, muss jetzt aber nachgelegt werden, damit aus dem leise flackernden Hoffnungsflämmlein wieder eine richtige Flamme wird... die dann auch wieder lodert statt nur zu glimmen.
Es bleibt zäh
Die Hinrunde ist fast durch und der KVO steht nach wie vor mit negativer Bilanz da. Mehr Niederlagen als Siege und dann auch noch ein negatives Torverhältnis? Wann gab es das zuletzt fragt man sich im Verein.
"Das muss schon ewig her sein. Unter Doc Dre war das auf jeden Fall noch nie der Fall. Immer wenn die Wende her soll und das Team auf einem Weg zu sein scheint, kommt der nächste Einbruch.", stellte ein befragter KVO-Anhänger besorgt fest.
"Man hat nicht den Eindruck, dass das Team in ein stabiles Schema kommt. Die Taktik scheint zu ausrechenbar.", ergänzte ein weiterer Fan.
Alles Ansätze, denen sich Doc Dre stellen muss. Wieder einmal hat man einen vergleichsweise großen Etat zusammengestellt um erfolgreich zu sein. Und dann dümpelt man im Niemandsland der Liga rum. Es wird Zeit dass sich das ändert. Passend zum Wetter wird es rauh an der Nordseeküste.
Das einzig Positive...
... in dieser Saison ist das Torverhältnis. Die Punktebilanz ist negativ, die Heimbilanz vernichtend.
Ja, der KVO kommt diese Saison einfach nicht auf die Beine. Ein Phänomen, was es aber nicht ausschließlich in Oostende zu betrachten gibt. Auch der RSC Anderlecht kann ein Lied davon singen, wie es ist, beim Sturm in eine bessere Zukunft auf die Nase zu fallen. So geschehen am letzten ZAT.
Und jetzt, zum Anfang der Rückrunde treffen die beiden TK-Monster direkt aufeinander. Was das zu bedeuten hat? Trainer Doc Dre wandte sich wie ein Aal im Netz.
"Meinen Sie, in einem Spiel wird die ganze Liga entschieden? So blöd können doch selbst sie nicht sein. Für Anderlecht geht es um mehr als für uns. Die spielen schließlich zu Hause. Selbst wenn wir dort verlieren, ist noch nichts verloren für uns. Gucken sie doch mal auf das Tableau und die bisherigen Ergebnisse. Da gibt es doch kein Team, was schnurstracks durchmarschiert. Natürlich werden die Spiele weniger, aber wir stehen ja ganz gut im Saft."
Mit welcher Taktik der KVO ins Spiel gegen Anderlecht gehen wird, blieb unbeantwortet.
Kapitel 5: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer
Nach zwei Siegen in der Vorwoche dachte man in Esch mit leisem Optimismus daran, die Abstiegsplätze zu verlassen. Dieser Optimismus ist fort. Nach einer weiteren Woche voller Offenbarungseide, mit null Punkten und fünf Gegentoren, ist die Zukunft wieder zappenduster. Ein Blick nach vorne, der auch nur einen Hauch von Grinserei ins Gesicht der Beteiligten zaubert, ist schiere Utopie, das Gegenteil der Fall. Grinserei kommt nur bei Erinnerungen an die Vergangenheit auf. Denkt man an die Zukunft, denkt man an Verderben, an Düsternis, an Schwärze. Allen Beteiligten fällt es schwer auch nur noch einen Hauch von Spielfreude zu versprühen, zu desolat sind die Bilanz und die Aussichten. Trainer Kollerpoler hat, auch wenn er dank seiner Vorleistungen und Verdienste weiterhin unantastbar im Amt ist, bereits in Aussicht gestellt, sein Amt im Falle eines Abstiegs am Saisonende zur Verfügung zu stellen, damit neue Kräfte nach den vielen, vielen Kollerpoler-Jahren frische Impulse setzen können.
Dreikampf um die Spitze
Es bleib weiterhin spannend im Kampf um die Tabellenspitze. Die Punktdifferenz von Tabellenplatz 1 bis 6 beträgt gerade mal 6 Punkte. Eine Gruppe von der Vereinen hat sich etwas abgesetzt und KV Mechelen gehört zu der Gruppe. Grund zur Zufriedenheit bei Daniel könnte man meinen. Ganz so sieht es der Trainer aber nicht: "Natürlich ist das momentane Tabellenbild eine schöne Momentaufnahme. Nächste Woche kann es aber schon wieder ganz anders aussehen."
Ausschlaggebend für den Beibehalt des zweiten Tabellenplatzes war der Sieg gegen den Rivalen um den Titel, Big daddy. Das 0:3 kostete dem Kollegen den Platz an der Spitze. "Hier hat die Mannschaft gezeigt, zu was sie fähig ist. Wenn wir an dieser Leistung anknüpfen sprechen wir bis zum Ende der Saison ein Wörtchen um die Meisterschaft mit", so Daniel.
Kapitel 6: Immerhin Welle
Nachdem es zu Saisonbeginn nur in eine Richtung gegangen war, nämlich steil nach unten, hat sich die Jeunesse jetzt immerhin in soliden Wellenbewegungen etabliert. Licht und Schatten in stetem Wechsel ist zwar noch bei weitem nicht das Erreichen des großen Ziels, aber es ist allemal besser als ein Wechsel zwischen Schatten, düsterem Schatten und der Ahnung ewiger Finsternis. In dieser Woche gab es also mal wieder ein bisschen Licht. Ein Auswärtssieg mit nur einem mickrigen Gegentor, zu Hause gepunktet, obwohl es mal wieder drei Gegentreffer setzte und das zweite Zu-Null-Spiel der Saison weiterhin ein Träumchen bleibt. Aber es bedarf keines großen Propheten, um zu prognostizieren, dass auf Sonnenschein auch wieder Regen folgen wird, vor allem in der kommenden Woche: Mit Mechelen und Mouscron stehen zwei absolute Spitzenteams der Liga, die sich im vollen Kampf um die Meisterkrone befinden, auf der gegnerischen Seite des Spielfelds. Daniel und big daddy sind natürlich auch zwei legendäre Kenner des Spielbetriebs... Aber für die Jeunesse bleibt der Druck hoch, und auch auf Trainer Kollerpoler. Die Drohung steht im Raum: Im Falle eines Scheiterns im Kampf gegen den Abstieg wird Kollerpoler sein Amt zur Verfügung stellen und damit eine länge Ära beenden.
Der Neuanfang?
Wieder einmal hatte der KVO einen Versuch unternommen, die Saison doch noch rumzureissen. Und dieses Mal hat der Verein seine Spiele gewonnen. Über das "wie" kann man sich sicherlich unterhalten - wichtig ist aber, dass die Punkte an die Küste gehen.
"Na klar, in Anderlecht war es schon deutlich. Aber die Jungs wollten einfach nicht aufhören Tore zu schiessen. Die Mannschaft war wie im Rausch. Und wenn das Selbstvertrauen da ist, dann sieht man, was die Jungs eigentlich drauf haben. Dann können wir gegen jedes Team anstinken.", so der Trainer.
Großes Gelächter ernetete der Reporter von der Zeitung mit den großen Buchstaben. Er fragte doch tatsächlich, ob der KVO in dieser Form ein Titelkandidat sei. So recht, wusste Doc Dre gar nicht was er antworten sollte:"Hören Sie, mein junger Freund. Wie können sie so eine Frage stellen? Ist ihnen die (Frage) in der Redaktionssitzung aufdiktiert worden? So was habe ich ja lange schon nicht mehr gehört. Versuchen sie doch mal an der Tanke etwas Blinkerflüssigkeit für ihr Auto zu kaufen. Wenn das klappt, dann werden wir auch belgischer Meister."
Kapitel 7: Und ewig singen die Schwäne
Endlich mal eine stabile Defensivleistung bei der Jeunesse. Nur ein Gegentor in zwei Spielen, das ist doch mal was. Dennoch reichte es für Kollerpolers Mannen "nur" zu drei Punkten im Heimspiel gegen Mouscron, während es in Mechelen eine 0:1-Niederlage setzte. Das Punktekonto wuchs damit überraschend stark, für die tabellarischen Aussichten ist dieses Wochenende dennoch kein Quell der Freude gewesen. Da Gent mit vier Zählern noch erfolgreicher war, fällt die Jeunesse wieder auf den letzten Platz zurück - und für Trainer Kollerpoler könnte es die Zielgerade der Karriere sein. Sieben Spiele verbleiben noch in dieser Saison - es könnten nach den 1380 Partien zuvor, so denn die ewige Tabelle vollständig ist, die letzten sieben für das Ligagründungsmitglied sein. Ein Abstieg, so hatte der Trainer bereits angekündigt, würde bedeuten, den Platz frei zu machen für einen Nachfolger, der jung, kreativ und hungrig die Jeunesse zurück zu altem Glanz führen könnte.
Das war's dann wohl
Insgeheim machen sich die Fans ja doch Hoffnung auf mehr. Durchstarten wollte man, nachdem man zuletzt den RSC Anderlecht distanziert hatte. Auch der Trainer schaffte es, das Team ordentlich zu motivieren. Immerhin ging es im ersten Spiel direkt gegen Royal Excel Mouscron. Hochmotiviert ging man das Spiel an, offensiv eine Schau, defensiv leider total mau. Die Mannschaft holte alles aus sich raus, ging aber mit 6:4 geschlagen vom Platz. Dass das folgende Heimspiel gegen das trainerlose Roeselare gewonnen wurde, linderte den Schmerz kaum.
"Natürlich schauen wir uns unsere Gegner aus. Natürlich können wir Statistiken lesen, natürlich können wir die Tabelle lesen, natürlich haushalten wir mit unseren Kräften bis zu den Topspielen, in denen es um die dicken Fleischtöpfe geht.", vernahm man von Trainer Doc Dre. "Aber, und das ist eben die Quintessenz, wenn der Gegner es dann noch besser macht als man selbst, geht man in den 6 Punkte Spielen eben nicht als Gewinner vom Platz, auch wenn man nahezu alles gegeben hat. So ist eben Fussball. Glückwunsch nach Mouscron!"
Und dann war da noch der von der letzten PK bekannte Reporter mit seiner Frage. "Doc Dre, müssen sich die Fans in Oostende denn nun auf Abstiegskampf einstellen?"
Wieder einmal schauten sich alle verduzt an. Kopfschütteln, peinliches Kopfwegdrehen, Fremdschämen und dann die Antwort vom Trainer.
"Wenn Sie das so meinen, wird es wohl so sein. Wir kämpfen nur noch gegen den Abstieg. Richtig! Und was macht man da? Hauptsächlich mal die Heimspiele gewinnen...."
Ob das wirklich die Taktik für die kommenden Spiele ist?
Schlimmer geht immer
Hofft man zwar nicht, denkt man auch nicht drüber nach, aber auf dem Platz wird es dann Realität. Ein Tiefpunkt, ein weiterer in dieser Saison.
Durch den aktuellen ZAT gerät sogar der Europapokalplatz in Gefahr. Mutlos, konzeptlos, trostlos. Mehr kann man zu den blutleeren Auftritten der Mannschaft nicht mehr sagen.
Dass auswärts nicht viel geht dieses Jahr zeigte sich ja bereits letzten Spieltag. Da wurde ja bereits der Abgesang der Saison geprobt. Paart sich die latente Auswärtsschwäche dann aber auch noch mit einer Heimsiegallergie, steht es düster um den Verein. Der Trainer wollte sich dieses Mal dann auch nicht mehr schützend vor die Mannschaft stellen und beispielsweise den Reporter der BLÖD-Zeitung veralbern. Zu angenervt war er.
"Wir trainieren hier, tagein, tagaus. Ich stelle meine Mannschaft genau auf den Gegner ein. Wir wissen, dass die eigentlich nur nach Standards gefährlich sind. Und was machen wir? Tiefschlaf in der Abwehr! Keine Zweikampfstärke, kein Stellungsspiel, kein gar nichts. Ich bin es leid, mich immer nur vor die Jungs zu stellen. Das ist jetzt vorbei. Ich bin raus - die Mannschaft steht in der Pflicht und ist am Zug."
Am kommenden Sonntag gibt es als Wiedegutmachung einen Tag der offenen Tür für unsere Fans. Die Auswärtsfahrer nach Westerlo erhalten gegen Vorlage ihrer Tickets entweder "Geld zurück" oder "Freibier im kommenden Heimspiel" - so wie jeder will....
Kapitel 8: Noch 5 Minuten bis Waterloo
Noch fünf Spiele an zwei ZATs sind auf der Uhr, und für die Jeunesse ist weiterhin die Not groß. Ein 3:0-Heimsieg gegen St. Truiden spült zwar drei Punkte aufs Konto, aber die folgende Niederlage in Differdange liefert sofort den nächsten Rückschlag. Punkt- und torgleich mit KAA Gent steht die Jeunesse damit weiterhin am Tabellenende - wohin wird die Reise führen? Auch wenn Gent dank konditioneller Probleme wohl im Keller verweilen wird, die Frage bleibt, ob noch ein weiteres Team in den Abstiegskampf verwickelt werden kann. Die Mehrzahl der Teams, die ebenfalls relativ punktarm sind, haben konditionell herausragende Reserven. Einzig Cercle Brügge scheint noch ein Kellerkandidat auf der Zielgeraden zu sein - und ist, wie das Schicksal so spielt, in der nächsten Woche Gegner der Jeunesse. Ein Sieg ist Pflicht, wenn man die Hoffnung auf Platz 10 irgendwie aufrechterhalten will. Trainer Kollerpoler wird auf jeden Fall nicht müde, zu betonen, dass ein Abstieg gleichzeitig sein Karriereende bedeuten würde - ein Neuaufbau müsste mit frischen Gesichtern und neuen Ideen erfolgen, nicht mit den verkrusteten Strukturen der Gegenwart.
Reicht es zum Titelgewinn?
Auf den ersten Blick sieht es für KV Mechelen ganz gut aus. Die Mannschaft von Daniel führt die Tabelle mit 2 Punkte an und hat auch die besten TK-Reserven. Geht man etwas näher ins Detail, dann hat man den langersehnten Titelgewinn noch lange nicht sicher.
Zum Abschluss der Saison treten die Rot-Gelben gegen die trainerlosen Clubs aus Gent und Roeselare an. Bis zu einem gewissen Grade ist das ein Lotteriespiel. Viel schwerer wiegt die Partie auswärts gegen KVC Westerlo, die ihrerseits das beste TK aufweisen und auch auf einen versöhnlichen Saisonabschluss hoffen.
Der härteste Verfolger, Royal Excel Mouscron, kann den letzten ZAT da schon entspannter angehen. Erstens haben sie nichts zu verlieren und zweitens das leichtere Restprogramm. Mit der Maximalausbeute von 9 Punkten wäre man wohl Meister. Alles steht und fällt wohl mit Cercle Brugge, die am letzten ZAT nicht antraten.
Daniel weilt derzeit in Dublin. Offiziell zur Erholung vom Trainerstress oder etwa doch nicht? Sein ehemaliger Club Cork City FC ist vor kurzem wieder auf Trainersuche...
Dreikampf
Nach langer Zeit ist es mal wieder soweit: Mouscron meldet sich in einem Titelkampf zurück. Da fällt der Weg zur Pressekonferenz selbstredend leichter.
"Kurz vor dem Saisonende auf dem zweiten Platz zu stehen, ist grandios!" so der Trainer. Nach 2 Saisons, in denen er teilweise wochenlang seine Schützlinge den Co-Trainern anvertrauen musste und selbst "wichtigere Dinge" zu erledigen hatte, war er diese Saison wieder voll da. Nun gilt die ganze Aufmerksamkeit dem Saisonfinale, in dem eine Top-Platzierung - bei etwas Glück gar der Titel - winkt. Wer wird den alles dominierenden Meister der letzten Zeit, Mister X, ablösen?
Größte Chancen sind aufgrund des Punktevorsprungs Daniel zuzurechnen. Mit noch zwei verbleibenden Heimspielen, zwei Punkten Vorsprung und den größten Reserven bis zum Achtplatzierten sollte für Mechelen eigentlich nichts mehr anbrennen. Doch werde man es ihnen nicht leicht machen, so der Kapitän aus Mouscron. Der FC Differdange wird sich gleichermaßen ins Zeug legen.
Auch im Abstiegskampf geht es ungewohnt eng zu. Über mangelnde Spannung kann sich somit niemand beklagen.
Saisonrückblick
Hoffnungsvoll war man in die Saison gestartet, hatte gehofft am Ende mal ganz oben zu stehen. Daraus wurde nichts. Wieder einmal. Kennt man ja auch nur zu gut. Wie immer eigentlich beim KVO. So wie beim HSV auch. Egal wie die kicken, eins ist sicher. Die Ligazugehörigkeit steht. Und beim KVO eben die Meisterlosigkeit.
Zwischenzeitlich dachte der Trainer in dieser Saison sogar, sein Amt zur Verfügung zu stellen. Platz zu machen für frischen Wind. Die Möglichkeiten beim KVO sind jedes Jahr von neuem super. Aber der große Wurf will halt nicht gelingen. Gründe für die hervorragenden Möglichkeiten in Oostende gibt es hauptsächlich zwei.
Die Platzierung in der letzten Saison und auch die unermüdliche Pressearbeit. Der seit 2014-3 im Amt befindliche Trainer hat es mit Ausnahme von zwei Saisons am Ende mit dem KVO immer in den Europapokal geschafft. Drei Pokalsiege stehen auch zu Buche. Nur in der Liga will es eben nicht klappen.
Dieses Jahr ist der KVO an seiner Heimschwäche gescheitert. Bis dato konnte der Verein drei Heimspiele nicht gewinnen. Zu wenig für ganz oben.
Das sieht man, wenn man sich die Statistiken der drei Titelanwärter anschaut. Die drei zusammen haben ebenfalls nur 3 Spiele zu Hause nicht gewonnen. Genau diese Punkte fehlen halt am Ende und der KVO schaut wieder einmal in die Röhre.
Jetzt geht es darum, die Saison vernünftig zu Ende zu bringen. Der Europacup soll's schon sein. Und dann gilt es, die Wunden zu lecken und sich für die kommende Saison aufzustellen. Nebenher spielt man ja auch noch ein bischen Pokal und EL. Vielleicht wird's da ja was miteinem Titel.
Der KVO und sein Trainer wünschen allen Konkurrenten viel Erfolg am letzten ZAT. Und derjenige, der am Ende ganz oben steht, hat es dann auch verdient.
Glückwunsch
Auch aus Oostende "Herzliche Glückwünsche" an den neuen belgischen Meister!
Aber auch Glückwunsch an KV Mechelen sowie Differdange, die das Rennen bis zum letzten ZAT offen gehalten haben.
Auf eine spannende, kommende Saison!
Vielen Dank
...für die Glückwünsche und viel Erfolg beim Pokal und im EC allen verbliebenen.
Herzlichen Glückwunsch Big daddy!
Zum Schluss also keine Überraschung. Wie ich es mir dachte hat Big daddy sich den Titel geholt. Du hast es Dir verdient!
Ich für meinen Teil hätte die Saison über etwas mutiger spielen müssen. So ist es der dritte Vizemeistertitel in Folge für mich. :-(