Wieder nur Zweiter?
Es scheint ein Fluch auf KV Mechelen zu liegen. Wieder einmal ist Daniel mit seiner Mannschaft am großen Ziel, der zweiten Meisterschaft, gescheitert. Wieder einmal reichte es nur zum zweiten Tabellenplatz, die ungeliebte Vizemeisterschaft. Fehlt eigentlich nur noch das finanzielle Engagement eines deutschen Pharmariesen.
Zugegeben, es ist Jammern auf hohem Niveau. Den Fans ist es letztendlich egal, da ihr Verein, ihre Mannschaft gute Leistungen zeigen und oben immer mitspielt. Und Big daddy wird nach all den Jahren der Erfolg auch gegönnt, wie Daniel betonte:"Er hat es sich mit der Zeit redlich verdient. Nun werden die Karten neu gemischt. Meinem Kollegen Doc Dre würde ich einen Meisterschaftserfolg natürlich auch gönnen. Er und alle anderen Trainer werden aber wissen, dass ich hierbei ein Wörtchen mitreden möchte."
Auch die berufliche Zukunft von Daniel kam zwischenzeitlich ins Wanken. Sein ehemaliger Club CS Maritimo aus der portugiesisichen Premeira Liga benötigt dringend Hilfe und buhlte um seine Hilfe. Dem Widerstand er wenn es auch schmerzte.
Welches Schweinderl darf's denn dieses Mal sein?
Wie gut ist der Verein dieses Mal aufgestellt? Wozu wird es diese Saison reichen? Abstiegskampf? Mittelmaß? Oder doch Kampf um Europa? Eventuell sogar mehr?
Wer weiss es jetzt schon? Über die Feiertage hat der Coach und das Team erst einmal Abstand gewonnen und danach neuen Mut gefasst, wieder einmal euphorisch in eine neue Saison zu starten.
Zwischendurch hatte der Coach immer schonmal hinwerfen wollen. Nie hat es für den ganz großen Wurf in Belgien gereicht. Egal was man auch tat, nie reichte es für einen Ligatitel. Neues Spiel, neues Glück kommt jetzt sozusagen. Und man möchte fast meinen, es ist der letzte Anlauf.
Es soll verbrieft sein, dass der HSV ein Auge auf Doc Dre geworfen hat. Und auch der Trainer selber scheint nicht abgeneigt zu sein. Anders sind die klassischen Dementis nicht zu werten.
"Wissen Sie, dazu kann ich nichts sagen. Ich habe Vertrag in Oostende, liebe die Menschen, den Verein und das Stadion. Respekt, das ist das, was ich allen hier schuldig bin.", so der Trainer.
Für den Moment noch kein Problem, es stellt sich jedoch die Frage, wie das Thema im Falle von Mißerfolg medial behandelt wird.
Der erste Artikel mal wieder
Mit der Zuverlässigkeit eines Uhrwerks ist der erste Artikel der Saison ein Artikel aus Luxemburg, aus Esch gar. Leider war auch der Rest der Saison in den letzten Jahren mit unheimlicher Selbstverständlichkeit gleich: Desaster, Abstiegskampf und Traurigkeit. Wird in diesem Jahr alles anders werden für die Jeunesse? Werden die Stürmer öfter treffen? Werden die Verteidiger besser grätschen? Wird der Torwart schöner fliegen? Werden die Mittelfeldspieler graziler die Fäden ziehen, und die taktischen Fouls? Und vor allem: Wird der Trainer öfter jubeln? All das sind Fragen, deren Antwort in der Zukunft liegt - wenn auch nicht weit. In wenigen Tagen startet die neue Spielzeit, die Antworten parat haben wird. Die Spannung steigt, denn der Vorhang wird sich heben und dann heißt es wieder: Tanzt, singt und springt, Kameraden, bejubelt König Fußball und sein Gefolge!
Enttäuchender Start
Mit nur 3 Punkten ist der KVO in die neue Runde gestartet. Erstes Auswärtsspiel abgeschenkt, zu Hause vergeigt, aber in Mechelen hellwach.
Was bleibt sind 3 Punkte und ein ausbaufähiger Start. Noch ist nichts verloren, aber die saubere Weste zu Hause ist schon nach dem ersten ZAT dahin.
"Konstanz wird gesucht. Aber nicht geographisch, sondern leistungstechnisch", wird der Trainer aus engsten Kreisen zitiert.
Am kommenden Spieltag geht es schon darum, nicht direkt am Anfang ganz abreissen lassen zu müssen. Sowohl Mouscron als auch Anderlecht stehen für erhöhte Torrausch-Qualität in Belgien und werden den KVO sicherlich nicht unterschätzen.
Da die Ente jedoch immer am Ende "kackt", bleiben die Ergebnisse und die Taktik abzuwarten. Ganz am Anfang ist noch niemand Meister geworden, ein starker Start sorgt jedoch für ein Aufhorchen bei der Konkurrenz.
So la la
Weder Fisch, noch Fleisch. So könnte man die Situation beim KVO beschreiben. Die Saison hat kaum gut begonnen, da ist schon wieder Stimmung in der Bude.
Zum einen wegen der immer noch dürftigen Leistung auf dem Platz, zum anderen wegen der sich mehrenden Kritik am Trainer. Gar nicht mal wegen der Trainerleistung an sich, aber wegen der unklaren Situation um den Trainer persönlich. Wie schon unlängst berichtet, kokettiert Doc Dre mit einem Wechsel nach Deutschland. Angeblich hat er bereits einen Vorvertrag beim Hamburger SV unterschrieben. Zuletzt waren Fotos im Netz zu finden, die Heribert Bruchhagen gemeinsam mit dem Oostender Trainer auf einer Autobahnraststätte nahe Hamburg zeigen. Von beiden Seiten gab es umgehend Dementis - was davon zu halten ist, zeigt das Fussballgeschäft ja beinahe wöchentlich.
Und wenn der Trainer und damit auch der KVO aus der medialen Schusslinie wollen, sollten an diesem ZAT zwei Siege her. Die Chancen sind da. Zuhause Aufsteiger Aalst, auswärts Cercle Brügge. Nicht leicht, aber auch nicht unmöglich, Vielleicht der Start in eine bessere Zukunft?
Positive Entwicklung?
Nach wie vor ist kein Aufwärtstrend erkennbar. Zwar gewinnt der KVO seine Heimspiele mittlerweile, auswärts jedoch war es in den letzten Wochen zu wenig.
Deshalb steckt man auch im Mittelfeld der Tabelle fest, während sich die ärgsten Konkurrenten im warmen Sonnenlicht des oberen Tabellendrittels sonnen.
"Was Anderlecht und Differdange da aktuell auf den Platz bringen hat halt schon eine andere Qualität und Selbstverständnis als das, was wir aktuell im Stande zu leisten sind. Das gefällt uns nicht, das ist klar, aber wenn die Lösung zum Lösen der Blockade einfach so auf dem Weg liegen würde, dann würden wir sie doch aufheben und umsetzen. Dumm nur, dass wir es immer mit Menschen und Psyche zu tun haben. Da spielt sich die fussballerische Fähigkeit auch gerne mal zwischen den Ohren ab, auch wenn wir nicht gleich den Sand in den Kopf stecken wollen", so der Trainer.
In den kommenden Partien bekommt es der KVO mit St. Truiden und Westerlo zu tun. Die Mannschaften werden sicherlich auch ihren Matchplan haben um ihre eigenen Problemchen zu lösen.
Alleinunterhalter?
Wieder wurde es nicht besser. Heimspiel gewonnen, auswärts wieder abgeschenkt und Westerlo somit das Rankommen ermöglicht.
"Alles in allem ist es sehr eng, alles ist möglich." waren die Durchhalteparolen von Doc Dre nach dem Westerlo-Spiel. Aber auch diese Durchhalteparolen hat man bereits x-mal in der Vergangenheit gehört. Es gärt im Verein.
Und das nicht nur aufgrund der durchwachsenen Leistungen auf dem Platz. Nein, auch der Trainer selber findet's mittlerweile langweilig. In der Liga ist nichts los, medial gibt man den Alleinunterhalter. Es nutzt sich eben alles irgendwann ab. Von daher wird der Wunsch nach Veränderung immer größer. Vielleicht ist es auch besser, wenn Doc Dre den Weg für Veränderung im Verein und letztlich auch der belgischen Liga frei macht.
Eins ist sicher. Man wird handeln. Im Verein, wenn es sportlich weiterhin so trostlos bleibt und der Trainer, wenn er denn eine für sich vernünftige Alternative gefunden hat. Die Zeichen stehen auf Sturm.
Negative Bilanz nach der Hinrunde
Wann gab es das zuletzt beim KVO? Analysten sprechen von einer Zeit weit vor dem Aufstieg. Aber liegen sie damit richtig?
"Nein.", so Doc Dre. "So eine Phase hatten wir auch schon einmal vor ein paar Jahren. Da wollte einfach nichts zusammen gehen. Am Ende hat es dann trotzdem noch haarscharf für Europa gereicht, aber die Darbietungen auf dem Platz waren doch eher unteres Niveau. So wie jetzt auch."
Genau also wie dieses Jahr. Mit Hoffnung in den Spieltag gegangen, waren es dieses Mal die Mannen von Jeunesse Esch, die den Oostendern den Plan zu Nichte machten. Eine schallende Ohrfeige zu Hause, 1:4 lautete das Ergebnis. Diese Niederlage machte man beim Titelkandidaten Differdange zwar wieder vergessen, unter dem Strich bleibt aber das "auf der Stelle treten", trotz eines 5:1 Auswärtssieges.
"Phasenweise weiss das Team seine Leistungsfähigkeit abzurufen, zu häufig aber wird nur einfache Hausmannskost geboten. Das ist bei den Oostender Ansprüchen letztlich zu wenig."
Man will sich jetzt nur auf sich selbst konzentrieren und nicht mehr auf den Gegner schauen. Wenn nichts geht, heisst es ja immer:"Von Spiel zu Spiel schauen."
Es will einfach nicht besser werden
Haste scheisse am Fuss, dann haste scheisse am Fuss. So hat schon Andi Brehme dei Situation in Kaiserslautern mal treffend umschrieben. Und genau so ist es derzeit beim KVO.
Egal was man auch tut, der Verein kommt nicht vom Fleck. Man brachte zwar sein Heimspiel günstig durch um im nächsten Spiel dann 4:3 in Lüttich zu verlieren. So wird das dann eben nichts.
"Tendenziell sollten wir die Blicke nach unten richten. Von hinten drücken Westerlo und Mouscron. Ob wir die halten können? Ich vermag ihnen das nicht zu sagen." gab Doc Dre kleinlaut zu.
Die Saison geht langsam aber sicher in die Endphase und der KVO ist nicht in Form. Schwer zu sagen, wie das ausgeht dieses Jahr. Die Pronosen waren schon einmal positiver.
Zwei Siege für den Umbruch?
Man fragt sich, ob die beiden Siege am letzten ZAT der Beginn einer besseren Zukunft in der JPL sind. Seit längerem steht der KVO mal wieder auf einem Europapokalplatz.
"Diesen Platz wollen wir unbedingt halten. Wir können dieses Jahr nicht unbedingt davon sprechen, dass uns das Glück hold war. Bereits zwei Heimniederlagen und ein immens hoher Aufwand auswärts für mittleren Erfolg sprechen ganz klar dafür. Aber - und so kennen sie uns - wir geben nicht auf. Wir haben jetzt Blut geleckt und wollen nachlegen." so der Trainer.
Im nächsten Heimspiel gibt sich der Tabellenführer RSC Anderlecht die Ehre. Auswärts spielt der KVO danach beim Schlusslicht Aalst. Größer könnte der Kontrast kaum sein. Da muss der KVO jetzt durch, wenn er weiterhin oben anklopfen möchte
Der Trainer läutet die Wochen der Wahrheit ein. "4 Punkte sollten es schon sein, 6 wären besser. Aber ich weiss auch, dass die Liga nicht am 8. ZAT entschieden wird."
Sieg gegen Tabellenführer
Verheissungsvoller Auftakt am letzten ZAT. 4:0 dominierte der KVO den Tabellenführer RSC Anderlecht. Fussball vom allerfeinsten wurde gezeigt. Man wollte fast meinen, dass der KVO auf Augenhöhe mit dem Ex-Meister sei. War er aber nicht. Sein zweites Gesicht zeigte der KVO dann auswärts. Da ging es gegen Aalst - seines Zeichens Aufsteiger, trainerlos und Tabellenletzter. Ergebnis? 3:0. Gegen Oostende.
Fazit. Kein Schritt nach vorne, Untermauerung des EL-Platzes. Nicht mehr, nicht weniger.
Die letzten 5 Spiele versprechen dennoch Spannung. Zum einen, weil noch richtig deftige Gegner auf den KVO warten - zum anderen, weil der KVO ein Heimspiel mehr hat als Auswärtsspiele. Und genau da liegt die Chance.
"Konditionell sind wir zwar nicht mehr ganz auf der Höhe. Aber - und das ist das Wichtige - wir sind konkurrenz- und handlungsfähig."
Saisonendspurt
Mit Ausnahme der Meisterschaft ist in Belgien noch alles offen. Für den KVO liegt alles zwisschen Platz 2 und Platz 8 im Bereich des Möglichen.
Der letzte Spieltag hat es noch mal richtig in sich. Zwar hat der KVO noch zwei Heimspiele, das nützt aber nichts, wenn die Gegner Westerlo und Differdange heissen. Zudem geht es auswärts nach Esch.
"Gegen Esch haben wir noch eine Rechnung offen. Die Heimniederlage am 10. Spieltag war sowas wie ein Tiefschlag damals." erinnert sich Doc Dre. "Aber da man sich immer zwei Mal sieht, haben wir jetzt die Möglichkeit zurück zu zahlen." ergänzte der Trainer.
Gerade bei der Tabellensituation misst der Trainer diesem Spiel richtigerweise den entscheidenden Faktor bei. Genug Potential ist da, um Esch zu schlagen. Das bringt aber alles nichts, wenn es in den beiden Heimspielen nicht klappt. Wir dürfen auf den Ausgang der Saison gespannt sein.
Aber - und da möchte der KVO nicht hinten an stehen.
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH ZUR BELGISCHEN MEISTERSCHAFT AN DEN KV MECHELEN MIT TRAINER DANIEL.